Konzept - Arbeit mit jungen Menschen im Altern von 6-27 Jahren

Gemeinsames Konzept über die Wahrnehmung der Arbeit mit Jugendlichen in der Region 24 "Glinde, Neuschönningstedt, Schönningstedt-Ohe"
Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannes Glinde, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Gethsemane zu Neuschönningstedt und Ev.-Luth. Ansgar-Kirchengemeinde Schönningstedt-Ohe

Die Region

Die Region 24 des Kirchenkreises Hamburg-Ost besteht aus den drei Kirchengemeinden Glinde, Neuschönningstedt und Schönningstedt-Ohe. Die Orte liegen am Rand Hamburgs bereits auf Boden Schleswig-Holsteins im Kreis Stormarn und sind verkehrstechnisch gut an die Metropole angebunden. Die günstige Lage der Orte zieht vor allem junge Familie in die Region, da dort das Wohnen im Vergleich zu städtischen Verhältnissen relativ günstig ist. In jüngster Zeit sind zahlreiche Neubaugebiete entstanden oder werden gerade erschlossen. Die Wohnbevölkerung der Region umfasst ca. 33159 Menschen von denen ca. 9276 Kirchenmitglieder sind. Durch das stetige Wachstum der Region sind die Grenzen der drei Gemeinden fließend und gehen mehr oder weniger bereits ineinander über. Neuschönningstedt und Glinde sind nur durch eine Schnellstraße getrennt (K 80). Seit mehr als 60 Jahren gibt es hier bereits einen regionalen Posaunenchor, der von den Kirchengemeinden unterhalten und gefördert wird. Alle drei Orte sind bequem von überall mit dem Fahrrad zu erreichen. Vor allem Jugendliche knüpfen durch die Schulen bereits früh Kontakte zu Gleichaltrigen der jeweils anderen Orte. Kinder aus Schönningstedt-Ohe gehen beispielsweise in Neuschönningstedt zur Grundschule und kommen dann spätestens auf den weiterführenden Schulen mit denen aus Glinde in Kontakt. Daraus entstehen ganz natürlich viele Freundschaften unter den Jugendlichen gemeindeübergreifend.

Ausgangslage

In der jüngsten Vergangenheit wurde die Jugendarbeit noch getrennt wahrgenommen. Glinde verfügte über eine ½ Diakonstelle, wie auch Neuschönningstedt. Dabei wurde von den Mitarbeiter*innen die „halbe Stelle“ als zunehmend prekär wahrgenommen. Die Lebenshaltungskosten waren mit dem Verdienst kaum zu decken. Die Mitarbeiter*innen waren häufig auf Nebeneinkünfte angewiesen. Der Fachkräftemangel in sozialpädagogischen Berufen macht es zudem notwendig eine attraktive Stelle zu schaffen, mit welcher der eigene Lebensunterhalt angemessen zu finanzieren ist. Die wichtige Arbeit mit Jugendlichen soll durch eine volle Stelle

aufgewertet werden und gleichzeitig den Mitarbeiter / die Mitarbeiterin motivieren. Durch die Regionale Zusammenarbeit können Synergien geschaffen und Ressourcen geschont werden. Die Gemeinden der Region rücken näher zusammen. Durch gemeinsame Angebote wie z.B. Teamerausbildung, gemeinsame Freizeiten und andere Aktivitäten soll die Verbundenheit der drei eigenständigen Kirchengemeinden in der Region weiter gestärkt werden. Der Mitarbeiter / die Mitarbeiterin kann dabei auf gewachsene Strukturen aufbauen. Es gibt engagierte Jugendliche, eine funktionierende Arbeit mit Kindern (Kinderkirche, Mäuseclub,…) und auch die Konfirmandenzahlen sind noch relative hoch. Wir gehen fest davon aus, dass eine hauptamtliche Fachkraft durch einen erfahr- und erlebbaren gemachten Glauben, bei uns in der Region einen guten Boden findet, auf dem das Evangelium Früchte tragen kann.

Ziel / Zielgruppe

Evangelische Jugendarbeit lädt junge Menschen von 6 - 27 Jahren ein, den Glauben als Lebensmöglichkeit für sich anzunehmen, kirchliches Leben zu gestalten und Verantwortung in der Welt wahrzunehmen.

Die Regionale Jugendarbeit der drei Ev.-luth. Kirchengemeinden Glinde, Neuschönningstedt und Schönningstedt-Ohe will christliche Gemeinschaft fördern und erlebbar machen, Möglichkeiten eröffnen die eigene Spiritualität zu entwickeln und junge Menschen mit ihren Sorgen und Ängsten ernst- und annehmen.

Orientierung hierbei bietet ein biblisch geprägtes Menschenbild, das zeigt, dass Menschen nicht an leistungsorientiertem Handeln und materiellen Werten gemessen werden.

Merkmale

Die Regionale Jugendarbeit bietet altersgerechte Angebote, die auf die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen angepasst sind, von ihnen selbstbestimmt initiiert werden können und auf Freiwilligkeit basieren. Die Angebote strahlen über die einzelne Gemeindegrenze hinaus in die Region.

Gemäß der Nordkirchenverfassung, Artikel 12, werden Jugendliche angemessen beteiligt. Ev. Jugendarbeit lebt wesentlich von der Mitwirkung und dem Engagement Ehrenamtlicher. Sie zu gewinnen, auszubilden und zu begleiten ist ein wichtiges Arbeitsfeld der Regionalen Jugendarbeit. Jugendliche zu befähigen, eigenverantwortlich zu handeln und demokratisches Verhalten einzuüben, dient ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Hier entsteht ein Freiraum und Experimentierfeld, in dem sich Jugendliche ausprobieren dürfen.

Diakon

Den Jugendlichen zur Seite steht ein/e Diakon*in als sozialpädagogisch-diakonische (doppeltqualifizierte) Fachkraft, die hauptamtlich und unbefristet mit einem Stellenumfang von 100% die Arbeit verantwortet. Nur so kann auch das erforderliche, qualifizierte Personal gefunden bzw. gehalten werden.

Ausreichend finanzielle Mittel zur Aus- und Fortbildung werden bereitgestellt, ebenso für Sachmittel. Das Budget wird eigenverantwortlich verwaltet.

Standort/Räumlichkeiten

Ein zentraler, authentischer Ort ist für die Identifikation sowohl der Jugendlichen, als auch der/des Diakons*in notwendig. Von hier strahlt die Jugendarbeit in die Region aus. Es ist der gemeinsame 4. Ort der Regionalen Jugendarbeit und wird solidarisch von allen drei Gemeinden als solcher gesehen und mitgetragen.

Die untere Etage des Gemeindehauses in Neuschönningstedt, mittig in der Region gelegen, erfüllt mit ihrer Ausstattung den aktuellen Erfordernissen und dient als gemeinsamer Ort. Ein Büro für den/die Diakon*in ist hier angegliedert.

Aufgabenbereich

Konzeptionierung einer sozialräumlichen, bedarfsgerechten Jugendarbeit in der Region

- Gewinnung, Qualifizierung, Förderung und Koordination Ehrenamtlicher

- Begleiten von Übergängen aus der Konfirmandenzeit

- Organisation und Durchführung von gemeinsamen Freizeiten bzw. Ferienangeboten (u.a. Sommer)

- Initiierung und Begleitung von Projekten vor Ort

- Events, Ausflüge und Fahrten (bspw. heaven/-Festival, Kirchentag, Wochenende, Bußtag etc.)

- Feiern von Jugendgottesdiensten und Andachten

- Seelsorge und Begleitung mit ausreichend Zeitkapazität

- Öffentlichkeitsarbeit für den eigenen Arbeitsbereich

Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin ist allein der regionale Steuerungsgruppe gegenüber rechenschaftspflichtig. Er/Sie ist von den Kirchengemeinderäten der vertragschließenden Kirchengemeinden bei der tagesordnungsmäßigen Beratung seines/ihres Sachgebiets zu beteiligen. Der/die regionale Jugenddiakon/in wird verpflichtet seine/ihre Angebote in den Gemeinden adäquat

zu gestalten. Bestenfalls, keinesfalls zwingend, ist er wöchentlich vor Ort bei einem von ihm/ihr definierten Angebot anzutreffen.

Kooperation/Vernetzung

Die/Der Diakon*in nimmt an den Konventen teil, besucht die Studientage bzw. Fachtagungen des Kirchenkreis Hamburg-Ost und arbeitet mit der Arbeitsstelle Ev. Jugend zusammen (bspw. Juleica).

Die Vernetzung mit den jeweiligen relevanten Gremien oder Vereinen vor Ort und im Gemeinwesen ist im Blick zu halten.

Die regionale Steuerungsgruppe, bestehend aus je zwei Vertreter*innen der drei Kirchengemeinderäte sowie der Fach- und der Dienstaufsicht, begleitet die Arbeit inhaltlich und konzeptionell.

Weiterentwicklung

Das sich aus diesem Entwurf ergebende sozialräumliche Konzept einer bedarfsgerechten Jugendarbeit in der Region wird ständig weiterentwickelt. Über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und lebensweltbezogene Veränderungen für die Jugendlichen hat sich der/die Diakon*in regelmäßig zu informieren.

Nach drei Jahren ist dieses Konzept in jedem Fall zu überprüfen.

Stand 03.04.2019

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